Kurz gesagt: Nepal empfing 2025 rund 1,16 Millionen internationale Besucher — praktisch wieder das Vor-Pandemie-Niveau. Die Everest-Permitgebühr stieg im September 2025 erstmals seit zehn Jahren, von 11.000 auf 15.000 US-Dollar, und Besucher bleiben mit im Schnitt 16,3 Tagen so lange wie nie — geben pro Tag aber so wenig aus wie seit den Neunzigern nicht.
Nepal ist zurück: Nach dem Pandemie-Absturz auf 150.000 Besucher hat sich das Himalaya-Land wieder an die Millionenmarke herangearbeitet. Die aktuellen Zahlen — von Ankünften über Everest-Permits bis zur Aufenthaltsdauer — gestützt auf Nepal Tourism Board, Tourismusministerium (MoCTCA) und Nepal Rastra Bank, Stand 2026.
Ankünfte: fast wieder auf Rekordniveau
2025 zählte Nepal 1.158.459 internationale Ankünfte (+1 Prozent) — rund 97 Prozent des Rekordjahres 2019 mit knapp 1,2 Millionen (Nepal Tourism Board). Die Erholungskurve: 2020: 230.000 · 2021: 151.000 · 2022: 615.000 · 2023: 1.015.000 · 2024: 1.148.000. 91 Prozent kommen per Flugzeug. Ein Dämpfer 2025: Der September brach wegen der Gen-Z-Proteste um knapp 19 Prozent ein — Oktober (128.443) und November holten es fast wieder auf.
Wer kommt?
- Indien führt klar mit 292.438 Ankünften (25 Prozent), vor den USA (112.316) und China (95.480).
- Aus Deutschland kamen 2025 rund 24.800 Besucher — nach knapp 29.800 im Jahr 2024; Europa insgesamt stellt gut 19 Prozent der Ankünfte (NTB via Himalayan Times).
- Etwa jeder siebte Besucher kommt zum Trekking oder Bergsteigen (166.394 im Jahr 2024, MoCTCA).
Everest: teurer als je zuvor
- Seit dem 1. September 2025 kostet das Frühjahrs-Permit für die Normalroute 15.000 US-Dollar statt 11.000 — die erste Erhöhung seit 2015 (+36 Prozent); Herbst: 7.500, Winter/Monsun: 3.750 Dollar (Kathmandu Post).
- Die Nachfrage blieb: Im Frühjahr 2026 zahlten 464 Bergsteiger für ein Everest-Permit — dritthöchster Wert der Geschichte — und bescherten dem Staat Rekordeinnahmen von rund einer Milliarde Rupien.
- Die beliebteste Trekkingregion bleibt Annapurna mit Rekordwert 244.045 Trekkern 2024 (+27 Prozent, ACAP); kommerzielle Helikopter-Rundflüge über 4.000 Metern im Everest-Gebiet wurden Anfang 2025 eingeschränkt.
Länger bleiben, weniger ausgeben
Zwei Kurven laufen auseinander: Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer stieg 2025 auf den Rekordwert von 16,3 Tagen (2024: 13,3) — die Tagesausgaben fielen zugleich auf 33,09 US-Dollar, den zweitniedrigsten je gemessenen Wert (MoCTCA via Kathmandu Post). Nepal gewinnt Budget-Langzeitreisende, verliert aber Wertschöpfung pro Kopf — die zentrale Debatte der Branche. Insgesamt brachte der Tourismus im Fiskaljahr 2024/25 88,66 Milliarden Rupien Deviseneinnahmen (Nepal Rastra Bank); laut WTTC hängen rund 1,2 Millionen Arbeitsplätze (15 Prozent) an der Branche.
Infrastruktur: ein Flughafen am Limit
Der Flughafen Kathmandu fertigte 2024 mit 9,4 Millionen Passagieren so viele ab wie nie — 18 Prozent über seiner Auslegungskapazität (CAAN). Die neuen Flughäfen in Pokhara und Lumbini laufen dagegen weit unter Kapazität. Auf der Angebotsseite entstanden seit 2020 fast 350 neue Hotels mit 26.000 Betten, darunter 27 Fünf-Sterne-Häuser — Kapazität für etwa das Dreifache der heutigen Besucherzahl.
Beste Reisezeit
Die Saisonspitzen bleiben klassisch: Oktober–November (klare Sicht nach dem Monsun, Oktober 2025: 128.443 Ankünfte — stärkster Monat) und März–Mai (Rhododendronblüte, Expeditionssaison; April 2025 mit 116.490 Ankünften ein Allzeit-April-Rekord).
